Archiv für August 2008

Debian Etch auf Dell Poweredge R300 installieren

Samstag, 23. August 2008

Neulich habe ich Debian Etch auf einem Dell Poweredge R300 Server installiert. Probleme machten hierbei der Raidkontroller und die Netzwerkkarte. Beide wurden anfangs nicht erkannt. Daher hier mein Vorgehen, mit dem es dann klappte.

Zuerst einmal die Eckdaten:

  • Poweredge R300 von Dell
  • Raid-Controller: DELL SAS6 SAS1068E
  • Netzwerkkarten: 2 x Broadcom NetXtreme BCM5722
  • Debian-Version: Etch AMD64

Das Problem mit dem Raidcontroller konnte ganz schnell gelöst werden. Mit einer aktuellen Net-Inst-CD (Release 4a) wurde er dann doch erkannt.

Schwieriger war die Netzwerkkarte. Debian meldete immer, daß keine Karte erkannt wurde. Wenn ich dann den TG3-Treiber in der Liste auswählte, sagte Debian, daß keine Netzwerkkarte gefunden wurde.

Die Lösung war, daß man sich den Treiber linux35l von der Broadcom Webseite herunterlädt, auf einem zweiten Linuxsystem compiliert und während des Setups auf einer zweiten Konsole insertiert. Leider hat der Server kein Floppy und auch USB-Stick oder USB-Festplatte funkionierten bei mir während des Setups nicht. Daher hab ich eine CD mit dem kompilierten Modul gebrannt und während des Setups eingelegt.

Die Schritte sind:

  • Dowload der Treiber von der Broadcom Webseite (linux35l)
  • Entpacken der Treiber auf einem anderen Linuxsystem.
  • Dort Installation der Kernelheader 2.6.18-6-AMD64
  • Übersetzen der TG3-Treiber mit make KVER=2.6.18-6-AMD64
  • Brennen des Verzeichnisses mit dem compilierten Modul auf eine CD
  • Booten von der Etch Netinst-CD
  • Wenn der erste Installationsdialog auftaucht, die CD entnehmen und die Treiber-CD einlegen
  • Nun in der Installation weiter klicken bis die Meldung kommt, daß keine Debiancd gefunden wurde
  • Jetzt wurde die Treiber-CD gemountet und man kann auf einer zweiten Konsole (ALT-F2) ins Verzeichnis /cdrom wechseln
  • Dort das Modul mittel insmod tg3.ko insertieren. Falls keine Fehlermeldung kommt, ist alles ok. Sonst muss man mittels uname -r einmal prüfen, ob man beim compilieren die richtige Kernelversion angegeben hat
  • Nun auf der ersten Konsole im Installationsdialog so lange durchklicken, bis das Hauptmenü kommt.
  • Jetzt kann man die CD wieder entfernen und die DebianCD einlegen.
  • Bei der Netzwerkkartenerkennung kam nun bei mir nicht mehr „Karte nicht gefunden“. Stattdessen kam ein Dialog, daß zwei Karten gefunden wurden und welche ich benutzen möchte. Dies war das Zeichen, daß alles geklappt hat (der Server hat 2 NICS)

Nun kann man die Installation wie gewohnt durchlaufen lassen. Zum Schluß muß man noch das selbst compilierte Kernelmodul auf die Festplatte kopieren, sonst hat man nach dem nächsten Reboot kein Netzwerk.